160.000 Jahre Menschheitsgeschichte – Wir sind, was wir schon immer waren

Die ältesten unwidersprochen dem „modernen“ Menschen zugesprochenen Fossilien sind ca. 160.000 Jahre alt. Die genetische Trennung zwischen dem Menschen und unseren nächsten Verwandten im Tierreich, den Bonobo-Schimpansen, passierte vor ca. 5 bis 7 Millionen Jahren. Im Vergleich dazu wirkt das Alter dessen was wir als Zivilisation bezeichnen, wie ein Tagestrend auf Twitter.

Trotz des Abstandes von bis zu 7 Millionen Jahren zwischen uns, betrifft der genetische Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse nur rund 1,2% der Gene. Mit anderen Worten: 98,8% unserer Gene sind identisch mit denen eines wild lebenden Affen.

Praktisch während der gesamten 160.000 Jahre (und die eine oder andere Million Jahre davor) haben wir als Jäger und Sammler in kleinen Familienverbänden gelebt. Einige Gesellschaften folgen noch Heute dieser Tradition. Vor wenigen hundert Jahren machten nomadisierende Jäger und Sammler noch einen beträchtlichen Teil der weltweiten Gesamtbevölkerung aus.

Der Wechsel hin zu unserem radikal veränderten modernen Lebensstil begann vor ca. 11.500 Jahren, als die ersten Menschen sesshaft wurden und begannen Feldfrüchte zu kultivieren. Es dauerte tausende Jahre, bis diese Lebensform sich weltweit etabliert hatte, wobei die größten Veränderungen und Umstürze innerhalb der letzten paar Jahrhunderte erfolgten.

Das ist kein sehr langer Zeitraum.

Im Prinzip bedeutet das für uns schlichtweg, dass wir immer noch für das Leben als Jäger und Sammler „gebaut“ sind. Unsere Körper wollen durch Wälder und Savannen streifen, Tiere jagen und wild gewachsene Früchte und Pflanzen ernten. Sie wollen am Lagerfeuer mit einer kleinen, überschaubaren Gruppe eng verbundener Individuen zusammensitzen und die Beute des Tages teilen. Wir wurden nicht dafür konstruiert, alleine vor dem Fernseher zu sitzen und hochgradig verarbeitete Lebensmittel, wie Chips und Pizza, zu konsumieren.

Wir brauchen uns von diesen Tatsachen nicht unser Leben diktieren lassen. Menschen entwickeln sich weiter und ihre Anpassungsfähigkeit ist, was unsere Rasse erst so dominant gemacht hat (damit aber auch an den Rand der Selbstzerstörung führt).

Wir dürfen unser „Steinzeit-Ich“ aber auch nicht vollständig vernachlässigen. Denn Forschungsergebnisse der letzten Jahre scheinen eine Erkenntnis immer mehr zu unterstreichen: Wer die Bedürfnisse und Vorgaben unserer Steinzeitkörper mit Füßen tritt, setzt seine körperliche und geistige Gesundheit aufs Spiel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

4 × 3 =